Lesefrüchte

Februar 2026

 

Hier sammeln wir Artikel, die auch über den Tag hinaus interessant sind und zitieren Auszüge. Um die Übersichtlichkeit zu erhalten, verschieben wir ältere Empfehlungen ins „Archiv“.

 


Lesefrüchte im vergangenen Monat  
Michael Hollister: Das EU-Zensur-System: So unterdrückt Brüssel ...
Rob Kenius: Grönland, Donald und die Strömung im Untergrund

 


 

Michael Hollister: Das EU-Zensur-System: So unterdrückt Brüssel die freie Rede weltweit 

1. Der Digital Services Act – Die Waffe mit Milliarden-Strafen

Der Digital Services Act (DSA) wurde im Oktober 2022 vom Europäischen Parlament verabschiedet. Er ist seit August 2023 für die größten Plattformen („Very Large Online Platforms“ mit über 45 Millionen EU-Nutzern) verpflichtend, seit Februar 2024 für alle Online-Dienste, die in der EU operieren.

Der DSA verpflichtet Plattformen, sogenannte „systemische Risiken“ zu identifizieren und zu „mitigieren“ – also zu reduzieren oder zu beseitigen.

Was sind diese „systemischen Risiken“? Der DSA definiert sie in Artikel 34 und 35:
• „Misleading or deceptive content“ (Irreführende oder täuschende Inhalte)  
• „Disinformation“ (Desinformation)  
• „Any actual or foreseeable negative effects on civic discourse and electoral processes“ (Tatsächliche oder vorhersehbare negative Auswirkungen auf den öffentlichen Diskurs und Wahlprozesse)  
• „Hate speech“ (Hassrede)  
• Und explizit: „Information which is not illegal“ (Informationen, die nicht illegal sind)  

Lesen Sie den letzten Punkt noch einmal. Der DSA verlangt von Plattformen, auch legale Informationen zu „mitigieren“, wenn sie als „systemisches Risiko“ eingestuft werden.

Alle diese Begriffe sind schwammig, subjektiv und politisch interpretierbar:
• Was ist „misleading“? Wer entscheidet das?  
• Was ist „Desinformation“? Gibt es eine objektive Definition?  
• Was sind „negative effects on civic discourse“? Ist Kritik an der Regierung ein „negative effect“?  
• Was ist „Hate speech“? Ist „Es gibt nur zwei Geschlechter“ Hassrede? (In der Slowakei wurde es so behandelt.)  

Es gibt keine klaren Definitionen. Die EU-Kommission interpretiert diese Begriffe. Die EU-Kommission setzt sie durch.

Die Strafen sind drakonisch:
• Bis zu 6% des weltweiten Jahresumsatzes 
• Für Meta: Über 7 Milliarden Dollar 
• Für Google: Noch mehr  
• Für kleinere Plattformen: Existenzvernichtung  

Zusätzlich kann die EU-Kommission Plattformen komplett aus dem EU-Markt ausschließen. Die Drohung: „Zensiert, was wir wollen, oder ihr seid raus.“

Für US-Unternehmen, die erhebliche Umsätze in der EU machen, ist das eine existenzielle Bedrohung.

PDF-Sicherung des ganzen Artikels zum Ausdrucken     

 


Rob Kenius: Grönland, Donald und die Strömung im Untergrund

In dem Artikel geht es um Politik. Der Teil über das Klima und den Golfstom nutzt Kenius die Strömungen im Untergund im Meer und in der Politik zu vergleichen. Es empfiehlt sich also unbedingt den Artikel im Original im Overton-Magazin zu lesen.

Kalte Winter hier, Schmelze am Nordpol

In der Klima-Debatte bei uns wird die Erderwärmung immer noch gerne ignoriert und sogar bestritten, obwohl sie längst die Grundlage von geopolitischen Entscheidungen ist. Dieser Erwärmung scheinen die starken Winter der letzten Jahre in Westeuropa zu widersprechen, doch das ist ein Irrtum. Es gibt für diesen Effekt eine Erklärung auf Basis von physikalischen Tatsachen: Durch die Erwärmung am Nordpol hat sich die Intensität des Golfstroms verringert.

Der Golfstrom kommt aus der Karibischen See, wo es sehr hohe Wassertemperaturen gibt. Von dort treibt ein warmer Meeresstrom nach Nord-Nord-West, der bewirkt, dass es an der europäischen Westküste, viel wärmer ist als auf der gegenüber liegende Seite des Atlantiks. New York ist kälter als Hamburg, obwohl es auf der Breite von Rom liegt und in Irland können Palmen wachsen.

Rücklauf der Zirkulation

Der Golfstrom ist allen bekannt, was wir aber nicht sehen, ist die Zirkulation unter der Oberfläche. Es muss Wasser vom Nordmeer in die Karibik zurückfließen – und zwar in der etwa gleichen, riesigen Menge. Dieses Wasser ist kalt und deshalb schwerer, es sinkt im Polarmeer nach unten und bewegt sich auf dem Meeresgrund zurück in die Karibik, wo es mit der Sonnenwärme wieder aufsteigt.

Es muss am Boden des Atlantiks ein Gefälle in Richtung Karibik geben. Die Strömung nach Süden ist umso stärker, je kälter das Wasser am Meeresgrund ist, sie ist abhängig vom Temperaturunterschied. Wenn es am Nordpol wärmer wird, wird diese Strömung schwächer und damit auch der warme Golfstrom an der Oberfläche, denn die Zirkulation beider Strömungen muss sich ergänzen.

Im Winter 2025/2026 wurde das besonders deutlich: Es kam Kälte aus dem Westen, sogar aus Südwesten zu uns, weil, bei geringerem Golfstrom das Meer kälter geworden ist. Das wird sich so schnell nicht ändern, im Gegenteil, der Golfstrom wird weiter abnehmen. So paradox es klingen mag: Die Erderwärmung macht Westeuropa im Winter kälter. Es ist verlockend, aber oberflächlich, diesen Effekt so zu deuten, dass die These von der Klimaveränderung dadurch widerlegt wird.

Oberflächlichkeit als Handlungsprinzip der Show

Alles ist komplizierter, als es scheint. Auch Donald Trump kann mit seinen einfachen, ständig wechselnden Vorschlägen die Welt nicht einfacher machen, als sie ist.

(...) Unbedingt hier weiterlesen! 






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